Bei manch' einem Actionfilm wünscht man sich, die Drehbuchautoren hätten ganz auf Text verzichtet. Dass ein Film auch ohne Dialoge auskommt, zeigt aktuell "The Artist" des französischen Regisseurs Michel Hazanavicius. Ganz schön mutig, einen Stummfilm zu drehen in Zeiten, in denen es auch im Film immer actionreicher, teurer und dreidimensionaler sein muss, in denen Aliens gegen Cowboys kämpfen oder sich Mädchen von Vampiren verführen lassen. Aber auch eine nette Abwechslung. Wenn die Schauspielerinnen und Schauspieler schweigen, müssen ihre Körpersprache, Bild, Musik und Handlung umso mehr überzeugen. Da sagen Blicke tatsächlich mehr als tausend Worte.
Ein wenig MelancholieDie Stummfilmzeit dauerte von 1895 bis 1927. Die allerersten Filme waren meist nur wenige Sekunden lang. Sie zeigten Szenen aus dem Alltag, inszeniert wurde anfangs noch selten. So dokumentierten die Brüder Lumière beispielsweise die Krönung des Zaren Nikolaus II. oder zeigten, wie eine Mutter ihr Baby füttert.
FluchtBesonders beeindruckt soll sich das Publikum von ihrem Kurzfilm "Die Ankunft eines Zuges auf dem Bahnhof in La Ciotat" gezeigt haben. Der "Legende" nach haben einige Zuschauerinnen und Zuschauer bei der Premiere am 28. Dezember 1895 fluchtartig den Saal verlassen - in dem Glauben, der Zug würde tatsächlich auf sie zufahren. Das waren noch Zeiten! Den Kinosaal verlassen haben übrigens auch aktuell Premierenbesucherinnen und -besucher von "The Artist" in Liverpool, weil sie einen Film mit Ton erwartet hatten. Da fehlen auch uns die Worte!
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